Das Ziel – eine Idee
Wir am Siegerland-Kolleg wollen solche Veränderungen bestmöglich fördern, wir wollen unsere Studierenden darin bestärken, sich auf derartige Veränderungen einzulassen, und wir wollen ein möglichst vielfältiges wie tragfähiges Fundament für diese Veränderungen legen. Dies ist die grundlegende Zielsetzung aller Bildungsangebote und Bildungsprozesse an unserer Schule.
Dabei ist die Orientierung der Bildungsprozesse immer mehrdimensional ausgerichtet auf soziale wie persönliche, auf methodisch-strukturelle wie sachlich-inhaltliche Aspekte der Veränderung. Diese Prozesse vollziehen sich in der gemeinsamen Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen aus unterschiedlichen Bereichen und münden in einer grundlegenden Befähigung zum konstruktiv-kritischen Arbeiten. Doch nicht nur das Ziel, sondern auch die Ausgangspunkte eines Prozesses prägen seine Qualität und Besonderheit.
Der Start – eine Auswahl
- Wir arbeiten mit Erwachsenen zusammen. Das bedeutet, dass Studierende und Lehrende sich als Gleichberechtigte im Bildungsprozess begegnen (Gleichberechtigte Teilhabe). Das bedeutet aber auch, dass Studierende und Lehrende in voller Verantwortung für sich und die anderen die Bildungsprozesse gestalten (Gestaltungsverantwortung).
- Wir arbeiten mit Erfahrenen zusammen. Dies meint, dass wir die Prägung unserer Studierenden durch ihre bisherige Arbeits- und Lebenswelt als Bereicherung der schulischen Bildungsarbeit begreifen (Lebens- und Berufserfahrenheit).
- Wir arbeiten mit Gebildeten zusammen. Das heißt, wir setzen voraus, dass unsere Studierenden ihre allgemeine und berufsbezogene Ausbildung bereits bis auf ein bestimmtes Niveau gehoben haben bzw. durch Teilnahme an unseren Vorkursen bereit sind zu heben (Definiertes Einstiegsbildungsniveau).
- Wir arbeiten mit Entschiedenen zusammen. Personen also, die für eine gewisse Zeit der Fortsetzung allgemeiner Bildungsarbeit Priorität einräumen und wissen, dass dies auch Einschränkung und Mühe bedeutet (Priorität für Bildung).
- Wir arbeiten mit Freiwilligen zusammen. Dies sind Menschen, die sich aus individuell ganz verschiedenen Motiven bewusst für schulisch organisierte Weiterbildung entscheiden (Freiwilligkeit).
- Wir arbeiten mit Verschiedenen zusammen. Heterogenität in den Lernvoraussetzungen, in den Herkünften wie in den Zusammensetzungen der Gruppen wird von uns als Entwicklungschance begriffen und nicht als unvermeidliche Begleiterscheinung eingestuft (Heterogenität als Chance).
Auf der skizzierten Basis unterstützen und fördern wir die Studierenden auf dem Weg zur Entwicklung einer allgemeinen Studierfähigkeit bestmöglich und begleiten sie beim Erwerb höherwertiger Schulabschlüsse. Insofern ist die Zuerkennung der Hochschulreife eigentliche Zielsetzung der Bildungsanstrengungen am Siegerland-Kolleg. Allerdings gebietet die Verantwortung gegenüber unseren Studierenden und ihrer Lebenszeit auch, dass der Bildungsgang so strukturiert ist, dass er bei nicht vollständigem Durchlaufen höherwertige Schulabschlüsse unterhalb der Allgemeinen Hochschulreife ermöglicht.
Das Ziel – als Qualifikation
Die Zuerkennung der Hochschulreife bildet den Abschluss der Ausbildung am Siegerland-Kolleg, bescheinigt allgemeine Studierfähigkeit bezüglich aller universitärer Disziplinen und berechtigt zum Studium an allen deutschen und etlichen internationalen Hochschulen. Sie wird in den Formen Allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife (ohne spezielle Fachrichtung) vergeben. Der in diesen Qualifikationen dokumentierte Bildungs- und Entwicklungsfortschritt befähigt in gleicher Weise jedoch auch zur erfolgreichen Bewältigung von hoch- und höchstqualifizierenden Ausbildungen außerhalb des universitären Bereichs sowie zu bewusster Orientierung in und Teilhabe an einer hochgradig komplexen und verwissenschaftlichten Welt. Insofern ist die hier angesprochene Qualifikation in ihrer Zielrichtung nicht ausschließlich an den Erfordernissen der Hochschulen orientiert, sondern mindestens ebenso sehr an einer konstruktiv-kritisch verstandenen Befähigung zur Bewältigung von Arbeits- und Lebenswelt. Diese mehrdimensional ausgerichtete Orientierung wird allerdings am Siegerland-Kolleg immer gekoppelt sein an tatsächlich vermittelter, faktischer Studierfähigkeit auf den Ebenen von Sachwissen, Methodenkenntnis, Lernstrategieerwerb, Selbstorganisation, Fähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit sowie Erhöhung von Lern- und Leistungsmotivation.
