Die bisher aufgezeigte oberste Zielebene bleibt inhaltsleer, wenn sie nicht in einem mehrstufigen Prozess konkretisiert und letztendlich operationalisiert wird. Dieser Prozess ist grundsätzlich nicht eindeutig, da unterschiedliche Ausrichtungen und Schwerpunktsetzungen in ihn einfließen. An unserer Schule haben die Diskussionen und Beschlussfassungen der Gremien in den letzten zwei Jahren zu Ableitungen geführt, die sich durch folgende Prinzipien kennzeichnen lassen.
Herstellung von Angebotsgerechtigkeit durch …
- Schaffung vergleichbarer Angebote unabhängig vom Einstiegstermin
- Ausbau von Individualisierungspotenzialen beim Einstieg in die und beim Durchlaufen der Schullaufbahn
- Förderung der Vereinbarkeit von schulischen und außerschulischen Rahmenbedingungen
Förderung von Partizipationsfähigkeit durch …
- Angebote von Maßnahmen für Bewerber mit speziellen Defiziten
- Lernorganisatorische und lernstrategische Schulungsmaßnahmen
- Entwicklung von Teamfähigkeit in modular aufgebauten Kursen mit dosiert wechselnder Teilnehmerschaft
- Informative, produktive und kreative Mediennutzung mit der Entwicklung von Medienkompetenz
Entwicklung konstruktiver Entscheidungsbereitschaft durch …
- Angebot aufgabenfeldspezifischer Schwerpunktsetzungsmöglichkeiten
- Teilparallelisierung von unterrichtlichen Alternativangeboten
Aneignung einer breit angelegten Wissensbasis durch …
- Verbindliches Unterrichtsangebot in der Einführungsphase
- Fächerübergreifende und fächerverbindende Themenauswahl
- Pflichtbelegungen in der Qualifikationsphase
Einlösung von Mitverantwortlichkeit durch …
- Paritätisch besetzte Mitwirkungsgremien
- Variablen Einsatz studierendenzentrierter Arbeitsformen
- Favorisierung fairer Kommunikationsprozesse
Verwirklichung einer umfassenden Qualitätsorientierung durch …
- Aufbau eines schulischen Qualitätsmanagements
- Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Universität Siegen
Die Umsetzung der Forderungen aus den angesprochenen Prinzipien geschieht zum einen durch Festlegungen mittlerer bis längerer Gültigkeitsdauer, die sich in entsprechenden strukturellen, organisatorischen, curricularen und evaluatorischen Entscheidungen des Siegerland-Kollegs niedergeschlagen haben bzw. niederschlagen werden. Zum anderen vollzieht sie sich in konkreten unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Vorhaben und Projekten im aktuellen Zeitzusammenhang.
In der Regel ist es für diese Projekte und Strukturen charakteristisch, dass sie nicht nur Mittelcharakter bezogen auf eines der genannten Ziele haben, sondern mehrdimensional wirken. Deshalb wird in der hier gewählten Darstellung schulstrukturell und nicht idealtypisch nach tragenden Prinzipien gegliedert. Hierdurch lassen sich unnötige Wiederholungen ebenso vermeiden wie Verständnis hemmende Zerstückelungen von Sachzusammenhängen.
